Kollektive Überforderung von Führungskräften – Ursachen, Folgen und Lösungen
- Susann Hinz

- vor 6 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 5 Tagen
Warum Führungskräfte besonders belastet sind
In deutschen Unternehmen spüren viele Führungskräfte nicht nur individuelle, sondern systemische Überlastung. Aktuelle Daten belegen, dass diese kollektive Überforderung weit verbreitet ist. Die BAuA-Studie 2023 zeigt, dass 53 % der „einfachqualifizierten“ und 41 % der hochqualifizierten Führungskräfte emotionale Belastungen berichten, während mehr als 10 % befürchten, langfristig den Anforderungen nicht gewachsen zu sein. Ergänzt wird dies durch die PINKTUM-Umfrage 2024, in der 69 % der Führungskräfte einen spürbaren Kraftverlust angeben. Gleichzeitig erleben Mitarbeitende häufig, dass die wahrgenommene Unterstützung nicht der Selbstwahrnehmung der Führungskräfte entspricht.
Strukturelle Ursachen und Herausforderungen
Die Future-Leadership-Studie 2024 verdeutlicht, dass empathische Führung in vielen deutschen Unternehmen zu kurz kommt. Fachliche Kompetenz allein reicht nicht aus; psychologische Unterstützung und Fürsorge fehlen oft. Die ias-/Innofact-Studie „Mentale Gesundheit im Mittelstand“ zeigt, dass insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen von steigender psychischer Belastung betroffen sind, während Präventionsmaßnahmen selten implementiert werden. Hinzu kommt die organisatorische Komplexität durch Teilzeit-Führung, die laut KOFA/IW-Studie 2024 rund 12 % der Führungskräfte betrifft. Ohne passende Strukturen führt das zu zusätzlichem Stress.
Die Folgen kollektiver Überforderung
Kollektive Überlastung wirkt systemisch: Sie mindert die Entscheidungsqualität, erschwert Teamarbeit und blockiert Innovation. Erschöpfte Führungskräfte können ihre Teams weniger unterstützen und strategische Impulse kaum geben. Dies steigert die Risiken für Burnout, Fluktuation und langfristig auch für die Stabilität der Unternehmenskultur.
Wege aus der Überforderung
Eine zentrale Lösung ist geteilte Führung: Co-Leadership- oder Peer-Führung-Modelle verteilen Verantwortung und schaffen Entlastung. Ebenso wichtig ist die Förderung empathischer Führungskompetenzen: Führungskräfte lernen, ihre Teams zu begleiten, Belastungen früh zu erkennen und konstruktiv zu reagieren. Prävention und Selbstfürsorge sollten fest verankert sein, regelmäßige Reflexion, Supervision oder Coaching sind entscheidend. Strukturelle Anpassungen wie klare Rollen, transparente Aufgabenverteilung, organisierte Prozesse und eine bewusste Reduktion von Meetings verhindern, dass Belastung auf einzelne Personen konzentriert wird. Priorisierung von Aufgaben und Themen sorgt dafür, dass die dringendsten und wichtigsten Punkte zuerst bearbeitet werden, während weniger relevante Aufgaben verschoben oder delegiert werden können. Zudem ist es oft besser, mutige Entscheidungen zu treffen, auch wenn sie nicht perfekt sind, als gar keine Entscheidung zu treffen. Das schafft Klarheit und verhindert, dass Teams in Unsicherheit oder Blockaden verharren. Eine offene Kommunikationskultur, in der Belastung thematisiert werden darf, ergänzt diese Maßnahmen ideal.
Fazit
Studien aus Deutschland (2023–2025) zeigen, kollektive Überforderung von Führungskräften ist real, aber kein unabwendbares Schicksal. Mit klaren Strukturen, geteilter Verantwortung und empathischer Führung lassen sich Belastungen reduzieren und Teams stabilisieren. Unternehmen, die jetzt handeln, schaffen eine Kultur, in der Leistung und Wohlbefinden Hand in Hand gehen.
Wie ich Führungskräfte unterstütze
Ich begleite Führungsteams genau an dieser Schnittstelle: Wir analysieren Belastungen, prüfen die Verteilung von Verantwortung und entwickeln Maßnahmen, die sowohl strukturelle Entlastung als auch psychische Unterstützung vereinen. In Workshops, Coachings und Prozessbegleitungen lernen Teams, ihre Zusammenarbeit zu optimieren, Überlastung zu reduzieren und langfristig leistungsfähig zu bleiben. Mehr über meine Arbeit und Angebote gibt es auf meiner Website www.susann-hinz.de.




Kommentare