top of page

5 Dinge, an denen ich ein gutes Team erkenne

Wenn ich in ein Team komme, habe ich in der Regel relativ schnell ein Gespür für die Dynamik und die Art der Zusammenarbeit. Oft sind es ein paar Begegnungen, einige tiefere Gespräche oder manchmal die Art, wie Fragen formuliert werden oder auf die Äußerungen einer anderen Person wird. Diese kleinen, oft unbewussten Signale können sehr viel über die zwischenmenschlichen Beziehungen und die zugrunde liegende Teamkultur aussagen. Ich achte besonders darauf, wie die Mitglieder miteinander kommunizieren: Ob sie offen und ehrlich ihre Meinungen äußern oder ob eine zurückhaltende, möglicherweise sogar angespannte Atmosphäre vorherrscht, in der viele unausgesprochene Gedanken und Gefühle im Raum stehen. Die Art und Weise, wie Teammitglieder miteinander interagieren, kann entscheidend dafür sein, wie effektiv sie zusammenarbeiten und wie wohl sie sich in ihrer Rolle fühlen.


Nach vielen Jahren in der Personalarbeit und in der Begleitung von Teams habe ich ein feines Gespür dafür entwickelt, was ein ehrliches Miteinander ausmacht und was lediglich eine Fassade ist. Es ist erstaunlich, wie oft Teams nach außen hin ein Bild von Harmonie und Zusammenarbeit präsentieren, während im Inneren Spannungen, Missverständnisse und ungelöste Konflikte brodeln. Diese Diskrepanzen sind häufig nicht sofort offensichtlich, können jedoch die Produktivität und das Wohlbefinden der Teammitglieder erheblich beeinträchtigen. Ich habe gelernt, dass es entscheidend ist, diese Diskrepanzen frühzeitig zu erkennen und offen anzusprechen, um eine vertrauensvolle Teamdynamik zu fördern. Das Verständnis und der Respekt unterschiedlicher Persönlichkeiten und deren Kommunikationsstile ermöglicht es mir, gezielt auf die Bedürfnisse des Teams einzugehen und gegebenenfalls Veränderungen anzuregen, die zu einer besseren Zusammenarbeit führen. In vielen Fällen ist es hilfreich, die Teammitglieder dazu zu ermutigen, offen über ihre Herausforderungen, Erwartungen und auch über ihre Ängste zu sprechen, um Missverständnisse auszuräumen und ein starkes Fundament für die Zusammenarbeit zu schaffen.


  1. Klarheit im Miteinander

Ich erlebe viele Teams, in denen zwar viel gesprochen wird, aber wenig Substanz in den Äußerungen steckt. Teams, die gut zusammenarbeiten, kommen schnell, klar und respektvoll zur Sache. Es herrscht eine spürbare Offenheit und Bereitschaft, sich aufeinander einzulassen. In der Organisationspsychologie spricht man in diesem Zusammenhang von „psychologischer Sicherheit“. Für mich zeigt sich diese Sicherheit darin, dass Menschen sich gegenseitig vertrauen und den Mut haben, ehrlich zu sein, ohne Angst vor negativen Konsequenzen zu haben. Dies ist eine grundlegende Voraussetzung für eine produktive Zusammenarbeit, da es den Teammitgliedern ermöglicht, ihre wahren Gedanken und Ideen zu teilen, was wiederum zu innovativen Lösungen führen kann.


  1. Verlässliche Absprachen

In gut funktionierenden Teams haben getroffene Vereinbarungen Gewicht und Bedeutung. Es gibt ein gemeinsames Verständnis dafür, dass man sich aufeinander verlassen kann. In solchen Teams entstehen viele Konflikte gar nicht erst, da sich im Rahmen von Verantwortung und gegenseitigem Vertrauen die meisten Dinge fast beiläufig klären. Das Einhalten von Absprachen fördert nicht nur die Effizienz, sondern auch das Vertrauen unter den Teammitgliedern, da jeder weiß, dass er sich auf die Zusagen der anderen verlassen kann. Diese Verlässlichkeit ist ein entscheidender Faktor für eine positive Teamkultur.


  1. Übernahme von Verantwortung

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Übernahme von Verantwortung. Wenn Teammitglieder nicht darauf warten, dass die Führungskraft, bessere Bedingungen oder "die anderen" handeln, sondern eigenverantwortlich agieren, entsteht eine Haltung, die unglaublich viel verändern kann. Diese Haltung hat viel mit dem zu tun, was in der Psychologie als Selbstwirksamkeit beschrieben wird. Für mich zeigt sie sich ganz konkret darin, dass Dinge ohne großes Aufheben in Bewegung kommen, Aufgaben proaktiv angegangen werden und die Teammitglieder bereit sind, für ihre Entscheidungen und Handlungen die Verantwortung zu übernehmen. Dies fördert nicht nur die individuelle Entwicklung, sondern auch die des gesamten Teams, da jeder aktiv zur Erreichung der gemeinsamen Ziele beiträgt.


  1. Unterschiede werden ausgehalten

In einem gut funktionierenden Team herrscht NICHT immer Einigkeit. Ganz im Gegenteil! Unterschiedliche Sichtweisen und Meinungen machen die Zusammenarbeit lebendig und fördern kreative Lösungsansätze. In funktionierenden Teams wird diskutiert und manchmal auch auf der Sachebene gerungen, wobei unterschiedliche Perspektiven respektiert und geschätzt werden. Hinter getroffenen Entscheidungen stellen sich alle Teammitglieder, unabhängig von ihren individuellen Meinungen, und tragen so zur Stärkung des Teamgeists bei. Diese Fähigkeit, Unterschiede auszuhalten und produktiv zu nutzen, ist ein Zeichen für ein reifes Team, das in der Lage ist, sich weiterzuentwickeln und Herausforderungen gemeinsam zu meistern.


  1. Der Fokus liegt auf der Aufgabe

Gute Teams verlieren sich nicht in Nebenschauplätzen oder persönlichen Konflikten. Spannungen oder Missverständnisse bestimmen nicht das Miteinander, sondern die gemeinsame Aufgabe bleibt im Mittelpunkt und gibt Orientierung. Diese klare Fokussierung auf die Ziele des Teams sorgt dafür, dass alle Mitglieder an einem Strang ziehen und ihre individuellen Stärken und Fähigkeiten zum Wohle des Teams einsetzen. Ein solches gemeinsames Zielgefühl fördert nicht nur die Motivation, sondern auch die Identifikation mit dem Team und seinen Aufgaben.


Fazit

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass gute Zusammenarbeit durch Klarheit, Verlässlichkeit und ein gemeinsames Verständnis darüber, wie man miteinander arbeiten möchte, entsteht. Diese Elemente sind entscheidend, um ein harmonisches und produktives Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem sich alle Teammitglieder wohlfühlen und ihr volles Potenzial entfalten können.


In meiner Arbeit begleite ich Teams und Führungskräfte genau dabei. Wir schauen gemeinsam auf die Zusammenarbeit: Was funktioniert bereits gut? Wo gibt es Herausforderungen, die unnötig kompliziert erscheinen? Was braucht es, damit wieder mehr Klarheit entsteht? Diese Reflexion kann in der Teamentwicklung geschehen, in der gezielten Begleitung von Führungskräften oder in der Supervision. Wichtig ist mir dabei immer, dass es nicht bei guten Erkenntnissen bleibt, sondern dass sich im Arbeitsalltag tatsächlich etwas verändert, um die Zusammenarbeit nachhaltig zu verbessern.


Mehr zu mir und meiner Arbeit finden Sie auf meiner Webseite: www.susann-hinz.de


Applaus für ein gutes Team
Applaus für ein gutes Team

Kommentare


bottom of page